Die romanische Kirche Berghausen

Willkommen in der romanischen Pfarrkirche St. Cyriacus Berghausen!

Wer von Südwesten her auf Wormbach bei Schmallenberg zustrebt, kann manchmal zur Linken in der Ferne an einem Berghang einen Kirchturm mit einem niedrigen Dach sehen. Er gehört zur alten Kirche in Berghausen. Wenn man von Wormbach kommend das 3 km entfernte Oberdorf von Berghausen erreicht hat, ist man fasziniert von der romanischen Architektur der auf einer Hangkuppe gelegen dreischiffigen Kreuzbasilika mit drei Ostapsiden und dem wuchtigen Westturm, umgeben von den Linden des Kirchofs. Sie erscheint wie das verkleinerte Abbild eines großen romanischen Doms. das innere der Kircherdie Apsisdie Bauform

Die Renovierung

 Die Kirchenrenovierung konnte Anfang Januar 2014 beginnen. Im Untermenü können sie zeitlich sortierte Bildergalerien vom Renovierungsfortschritt sehen.

 Januar 2014
Nach vielen Planungsmonaten konnte die Renovierung im Januar beginnen. Die Kirchenbänke und Kunstdenkmäler wurden ausgeräumt. So konnte der Eichenholzboden abgeschliffen und das Gerüst in der Apsis aufgestellt werden. Gleichzeitig wurde die Orgel staubdicht verpackt. Jetzt erkennt man noch deutlicher, wie notwendig die Renovierung dieser kunsthistorischen Kirche ist.

Februar 2014
Nachdem die Kirche bis zum Deckengewölbe eingerüstet worden ist, konnten die Restauratoren mit ihrer Arbeit  im Februar beginnen. Die ersten Erfolge sind z.B.  in einigen Fenstergewölben gut zu  erkennen.  Deutlich hebt sich der saubere vom verschmutzten Wandbereich ab. Nach Aussage der Restauratoren werden die Reinigungsarbeiten im Deckengewölbe schon im März abgeschlossen sein. Die weiteren Gewerke haben ebenfalls schon gute Fortschritte erzielt.

März 2014
Stück für Stück arbeiten sich die Restauratoren im Deckengewölbe voran. Das Gewölbe im Bereich der Orgelbühne wird zurzeit vom Schmutz befreit. Geduld ist gefragt. Der Restaurator arbeitet sich mit einem kleinen Pinsel Zentimeter für Zentimeter voran. Im ersten Schritt wird Staub und Ruß entfernt. In einem zweiten Arbeitsgang werden die Pilzsporen mit einem Schwamm „ausgewaschen“.
Den Pilzbefall kann man auf den Bildern gut erkennen (kleine schwarze Punkte). Im unteren Bereich der Kirche wurden die notwendigen Wandschlitze für die Elektroinstallation wieder
verschlossen. Der Sockelputz wurde in vielen Bereichen entfernt. Diese Putzarbeiten müssen jetzt einige Wochen trocknen. Die trockene Frühjahrsluft kann hier sehr gute Dienste leisten.

Oktober 2014
Die eigentlichen Renovierungsarbeiten sind erfolgreich abgeschlossen. Über die Sommermonate wurden in vielen Stunden Zentimeter für Zentimeter der Schmutz von Wänden und Decken genommen. Das erstaunliche Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen! In den nächsten Wochen wird das Lüftungskonzept umgesetzt. Die Herausforderung ist dabei, die Luftfeuchtigkeit
zwischen 50 % und  70 % konstant zu halten. Weiter müssen noch die Leuchtkörper final ausgesucht werden. Der Kirchvorstand wünscht sich, dass die Kirche zum Weihnachtsfest 2014 wieder geöffnet ist. Das ist aber abhängig vom Umbau der Orgel.

April 2015 - Öffnung der Kirche zum Osterfest
Am zweiten Ostertag wurde die Kirche feierlich wieder geöffnet. Die weißen Wände fallen durch die gelungene Beleuchtung noch mehr ins Auge. Eine Reihe von Fotos zum Wiedereinzug der Gemeinde finden sie im Anschluss des Textes. Einige Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen. So werden noch Kniepolster in den Bänken angebracht und die Orgel wird im Sommer 2015 erst ihren vollen Klang entfalten können. Weitere kleinere Details werden das Gesamtbild bis zum Herbst 2015 abrunden. Viel Geduld und Stehvermögen haben sich ausgezahlt und können sich sehen lassen! Ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder des Kirchenvorstandes der Cyriakusgemeinde Berghausen!

 

Innenrenovierung der Kirche St. Cyriacus Berghausen

Nach ersten Teilfreilegungen der übertünchten Wandmalereien in der Chorapsis 1914 kam es 1936 zur vollständigen Freilegung und Restaurierung der figürlichen Bildszenen mit Fixierung, Retusche und teilweiser Übermalung durch einen Kirchenmaler. 1960 wurde dann das romanische Dekorationssystem in der ganzen Kirche aufgedeckt, konserviert, retuschiert und ergänzt. 1961 folgte eine erneute Konservierung der figürlichen Wandmalereien, verbunden mit einer abermaligen Festigung, Entfernung der Retuschen und Übermalungen von 1936 sowie der Neuretusche in Tratteggio-Technik. Die aufwändige Maßnahme mit intensiver Betreuung durch den Restaurator des westfälischen Denkmalamts entsprach dem damals neuesten Stand der konservatorischen Techniken. 1981 machten Putzhohlstellen und Risse die bisher letzte konservatorische Behandlung und Oberflächenreinigung der Apsismalerei notwendig, bei der die Retuschen von 1961 verblieben.[1]

Zustand vor der Renovierung :

Die Malerei zeigt heute nach der letzten Reinigung im Jahr 1981 eine starke Oberflächenverschmutzung, die nutzungsbedingte Ursachen hat (Heizung, Kerzen, Kirchenbesucher) und in Verbindung mit dem durch hohe relative Luftfeuchtigkeit bestimmten Raumklima einen idealen Nährboden für den festgestellten mikrobiellen Bewuchs darstellt. Außerdem sind insbesondere im Sockelbereich der Apsis Salzausblühungen festzustellen.

Voruntersuchungen und Konzepterstellung:

Dieser mangelhafte Zustand wurde in einem Gutachten aus dem Jahr 2008 von Diplomrestaurator Leonhard Lamprecht, LWL – Amt für Denkmalpflege in Westfalen-, untersucht und bewertet. Im Herbst 2011 konnte Frau Dr. Skriver auf Grundlage eines verformungsgerechten Aufmaßes des Chorbereichs eine Bestandskartierung durchführen. Das Ergebnis zeigt, dass ein großer Anteil an Originalmalereien, besonders im wertvollen figürlichen Bereich vorhanden ist.

Um ein Restaurierungskonzept für die Raumschale erstellen zu können, wurden im Frühjahr 2013 weitere Voruntersuchungen durchgeführt. Dabei hat die Firma Berchem Restaurierungen Schäden an den Malereien kartiert, Materialproben entnommen, sowie Musterfelder angelegt, an denen man exemplarisch sehen kann, wie die Malerei nach der Restaurierung aussehen wird. Anhand dieser Maßnahmen konnte ein abschließendes Restaurierungskonzept erstellt werden, welches die Grundlage für die Durchführung der Innenrestaurierung in der zweiten Jahreshälfte 2013 ist.

Geplante Maßnahmen der Innenrenovierung:

Auf Grundlage des Restaurierungskonzepts wird in enger Absprache mit dem LWL – Amt für Denkmalpflege in Westfalen- die Raumschale der Kirche restauriert. Dabei wird je nach festgestelltem Bedarf die Malschicht gesichert und rückfixiert, lockere Putzschalen und Hohlstellen hinterfüllt, die Flächen gereinigt, der mikrobielle Befall bekämpft und gehemmt, Salze entzogen, Läufer und Glanzstellen reduziert, Altkittungen behandelt und Fehlstellen in der Malerei in Tratteggio-Technik retuschiert. Neben der Restaurierung der Raumschale werden auch die Einrichtungsgegenstände restauriert. Die Installation einer neuen Beleuchtung, sowie weitere notwendige Renovierungsmaßnahmen im Inneren des Kirchenraumes werden ebenfalls im Zuge der Gesamtmaßnahme realisiert.

 

Durch die besondere Bedeutung der Malerei ist es gelungen, eine Zuwendung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm III des Bundes zu bekommen. Dadurch wird die bevorstehende Renovierungsmaßname gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, sowie vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr.

Die Renvierungsarbeiten wurden vom Archtikurbüro

Dipl.-Ing. Günter J. Müller
Kreuzbergweg 2
59955 Winterberg

Tel 02981-6419
Fax 02981-3313
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http://www.www.architekt-mueller-winterberg.de

betreut.

1] SKRIVER, Anna: Restaurierungsgeschichte der romanischen Wandmalereien, Dezember 2011